Migräne und Depression

Depression und MigräneDa ist sie wieder, so eine Phase, da macht nichts mehr Spass, da regt auch nichts mehr auf. Irgendwie gefühlslos. Ein Tal im Leben.
Wer erkennt, dass das Leben immerfort aus Höhen und Tiefen besteht und dass nach jedem Tal unweigerlich ein Berg (eine Höhe) folgt, dem können die Täer nicht mehr viel anhaben. Dieser Satz klingt gut, doch so oft ist es schwer, diesen Zusammenhang wahrzunehmen. Nämlich genau dann, wenn das Tal wieder einmal Einzug ins Leben gefunden hat und sich dort massiv breit macht.

Meist kommt es schleichend. Mit schlechtem Wetter, zwischenmenschlichen Missverständnissen oder richtigen Problemen. Oft auch begleitet von Kopfschmerzen oder Bauchschmerzen und wie bei mir mit Rückenschmerzen. Dann wird es höchste Zeit, “Stopp” zu sagen und sich besinnen.

Deprssionen und depressive Verstimmungen haben zahlreiche Gesichter und Wirkungen. Und eben auch zahlreiche Nebenwirkungen. Deshalb werden sie von Ärzten oft nicht erkennt. Die Beschwerden werden therapiert, doch die Ursachen nicht beseitigt. Dann beginnt der Teufelskreis: Der Stress, den genau dieses Therapieren, die Hoffnung auf Besserung und auch das Benennen der Krankheit, auslösen, führen nicht wirklich oder nur kurzfristig zu einer Besserung.

So vergeht wertvolle Zeit. Lebenszeit, die einfach weg ist. Dabei gibt es vielfältige Möglichkeiten, diese Lebens-Täler zu “überstehen”. Manche Menschen legen sich dann einfach aufs Sofa und warten ab bis alles vorbei ist. Nur ist es eben nicht immer so einfach.

Eine einfache Methode ist es, mit Jemandem darüber zu reden. Mit Jemandem, der zuhört. Das muss kein Therapeut oder Arzt sein. Das kann eine Freundin oder ein Freund sein. Leider ist es jedoch so, dass nicht wirklich zugehört wird. Oft habe ich erlebt, dass der Andere dann versucht, entweder abzuwiegeln, weil er mit der Situation überfordert ist oder – was ich viel schlimmer finde – der Andere findet sofort etwas in seinem Leben, was angeblich viel schlimmer ist. Die Folge davon: Der Ratsuchende verschliesst sich und redet am Ende mit Niemandem mehr. Und genau das ist dann schlimm, denn derjenige redet zwar nicht mehr mit einem anderen Menschen über die Probleme oder was ihn eben bewegt, er redet aber weiter mit sich selbst. Und hat damit keine Chance diesem Teufelskreis der eigenen Sicht der Situation zu entkommen. Denn das, was man sich selbst erzählt, ist wahr oder wird wahr.

Ich glaube, ein Allheilmittel für jeden einzelnen Fall gibt es nicht. Jeder sieht seine Probleme oder seine Situation als Ausnahmezustand an und auch als individuell. Doch es bringt nichts, sich einzuigeln und zu verschliessen. Davon wird es nur noch schlimmer. Gut wäre, es gebe eine Methode, wo man genau vorhersehen könnte, wielange so eine Phase dauern wird und man sich dann für diese Zeit “narkotisieren” lässt, die Sache einfach verschläft. Wäre eine gute Idee.

Nur bezweifle ich, dass das Leben ohne die Täler so wäre, wie es ist. So schön, so aufregend und schön. Was wäre, wenn wir alle nur auf höchsten Bergen wandeln würden? Wäre das nicht eine langweilige allglatte Ebene?

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